BIOGRAFIE

bruecke,

gegründet im mai 2015, release "ich schrieb an dein herz" EP 01/17,

release "von gestern nach hier" album 10/2017, tour durch A und D

(ua Berlin, Hamburg, Graz, Hannover..) 2018.

Kritiken:

Klangskizzerei.at :

Ein Jahrhundert nach der Gründung der deutschen Expressionismus-Künstlergruppe Brücke entwirft sich eine Wiener Indie-Rock-Band in deren Künstlergeist und überzeugt auf ihrem letztjährig erschienen Debütalbum von gestern nach hier mit ausdrucksstarken Klangfarben.

Bruecke werfen mit ihren Songs einen Blick hinunter in den tiefgründigen Tränenfluss der verflossenen Liebe und des dahingeronnen Lebens.

Und sehen sich laut Eigenaussage zwischen Wanda und Bilderbuch. Wo Bilderbuch auf der ersten Erfolgswelle mit ihrem Luxusliner schon längst auf und davon gezogen sind und Wanda sich lyrisch noch immer in seichteren Gewässern befinden - bieten bruecke in der Tat eine wohltuende Tiefgründigkeit.

Robert Walther (Gitarre, Synth&Programmierung, Piano), Rene Hartmann (Gesang, Gitarre), Thomas Hofer (Bass) und Georgi Tomov (Schlagzeug) spielen einen dunkelschönen Indie-Rock in deutscher Sprache; mal berauscht, mal voll brennender Sehnsucht, mal nachdenklich-melancholisch; immer bilderreich und erhaben.

Ihre Herangehensweise an die Liedkunst ist eine sehr ernste, was man ihren Liedern auch sofort anmerkt. Ein Sich-Nicht-Zufriedengeben mit halbgaren Texten in der Fremdsprache; ein Leben für die deutsche Sprache und den Schönklang; ein Streben nach dem Ausdruck - bruecke leben den Expressionismus.

Rene Hartmann skizzierte in einem Schaffensrausch die dreizehn Songs (Anm.: Rene Hartmann hat nicht alle Songs geschrieben ;-)), Robert Walther malte sie mit seinen Gitarrenklangfarben sowie Piano und Synths aus. Auch zwölf-saitige Gitarre, "e-bow"-Bogen zum Streichen über die Gitarrensaiten und Anhalten der Noten, kommen zum Einsatz.

Sorgsam werden einige New Wave und Post-Punk Einflüsse in ihre Songs verwoben, ein Synthesizer hier; ein Gitarrenmotiv, kühl, dunkel und leer wie ein brotloser Künstlerkühlschrank aus den 80ern, da.

In Du trägst dein Schwarz ist sogar Platz für ein Jazzarrangement mit Gastmusiker Alexander Wladigeroff am Flügelhorn.

Mit dieser musikalischen Reife in Instrumentierung und Arrangements überzeugt das Album vollends. Die Gesangsmelodien könnten jedoch - auch wenn bruecke keine superohrwurmigen Gassenhauer komponieren wollen oder sollen - gerne etwas zwingender sein.

In Dopamin etwa sausen und brausen die Instrumente ungezügelt los, die Gesangsmelodie in den Strophen nimmt dem Song aber sein Momentum und sein Rauschglück, der Song legt melodiös erst im Finale richtig los.

Geht man aber nach der zwingendsten und malerischsten Melodie des Albums - Ich Schrieb an dein Herz, die sich rastlos in tausende Indie-Herzen schreibt, so darf man sich von der Band noch Großes erwarten. Das beweisen auch Songs wie Wären wir nicht hier oder Schlaf Gut, der es nicht aufs Album schaffte. Gefühlsdurchdrungen, inbrünstig und erhaben singt sie Sänger René Hartmann.

Was bleibt ist dass bruecke ein facettenreiches Album geschaffen haben, aus dem eine wahre künstlerische Vision spricht und den Hörer in eine dichterische, tiefgründige Welt zieht. Eine Welt von Begegnungen im Jahrhundertregen, vom Liegen im Spätsommergras und von Engeln im Schnee die ihr Sein vergessen ...wer diese Welt geduldig ergründet, wird in ihr so manche dunkel glänzende Liedperle finden.

von Stefan Westacott 31. März 2018 


BRUECKE - "VON GESTERN NACH HIER"

11. DEZEMBER 2017

Richtig schön abwechslungsreicher, handgemachter deutschsprachiger Indierock mit dunkler Note, Tiefgang und einer Menge Gefühl - genau einen solchen bringt der Wiener Vierer BRUECKE auf seinem Erstlingswerk "Von gestern nach hier" (Musterhaus23/Preiserrecords) in wirklich starker Manier zum Erklingen.

Robert Walther (Gitarre, Keyboards, Piano), Rene Hartmann (Gesang, Gitarre), Thomas Hofer (Bass) und Georgi Tomov (Schlagzeug) - die vier Köpfe hinter der Wiener Formation - bewegen sich auf ihrem Erstlingswerk "Von gestern nach hier" auf dem Pfad des Indie- und Alternativerock der alten Schule, mit dem Unterschied, dass sie dabei erfreulicherweise in keinster Weise irgendwie altbacken oder vergangenheitsverliebt daherkommen. Ihre mit Elementen aus dem Post-Punk und New Wave angereicherten Nummern erklingen wie solche der Gegenwart, sie folgen ihrer ganz eigenen Linie, die sich entlang von sich sofort in den Gehörgängen festsetzenden Melodien zwischen verschiedensten Intensitäten - von laut und wild bis leise und sanft, von temporeduziert bis flott - sehr wechselhaft entwickeln.

DUNKLE SONGS MIT EINEM HOFFNUNGSSCHIMMER

Der Grundtenor auf "Von gestern nach hier" ist ein eher melancholischer und zum Teil sehr düsterer, auch weil die vier Protagonisten in ihren Texten die eher die schweren Geschichten des Lebens thematisieren. Die in Jahr 2015 gegründete Combo besingt die alltäglichen Ängste, Benachteiligung und Aussichtslosigkeit, sie lässt aber immer wieder auch leichte Anflüge von Hoffnung durchschimmern, sodass nicht alles in einer vollkommenen Schwarzmalerei verliert. Es gibt ja schließlich auch noch die Liebe, an der man sich anhalten kann und in der man Geborgenheit findet, das Fünkchen Überlebenswillen, das einen nicht ganz verzweifeln lässt.

bruecke verstehen es ganz exzellent, ihre Musik mit Stimmung und Atmosphäre aufzuladen, mit einer Note, die die Oberfläche auf wunderbare Weise durchstößt und sich ohne jedes Schauspiel auf eindringliche Art in die Tiefe entwickelt. Die Songs berühren und lösen etwas aus, das Gefühl, tief in den musikalischen Kosmos dieser Band eintauchen zu wollen.

Die Wiener Band offenbart auf ihrem Erstlingswerk Qualitäten, die auf jeden Fall auch für die Zukunft hoffen lassen. Diese Band ist noch lange nicht am Ende der musikalischen Fahnenstange angelangt. Wer so starke Songs zu schreiben in der Lage ist, der wird definitiv nicht ungehört bleiben.

Michael Ternai, Mica Austria

Interview mit Rene von Bruecke

by blattturbo on 2. Januar 2018

Wo befindet ihr euch gerade, während ihr unsere Fragen beantwortet?
Zuhause in meiner Wohnung, mit Frau und vielen Tieren. Es ist der letzte Tag des Jahres 2017 und ich arbeite an der Promo für den Auftritt am 4.1. im Wiener Replugged, wo wir die kroatische Band NO!Mozzard Supporten. Danach geht´s ins Volkstheater in ein Nestroy Stück. Die anderen Jungs sind bei ihren Familien und Freunden und bereiten Silversterabende vor.

Der Bandname "Die Bruecke" erinnerte mich direkt an den Film aus meiner Kindheit. Wie kamt ihr darauf, euch "Die Bruecke" zu benennen?
Die Band heißt bruecke ;-) -. Es gab da eine Künstlervereinigung deutscher Expressionisten von 1905 bis 1913, der unter anderem die Maler E.L.Kirchner, Emil Nolde und Max Pechstein angehörten. Uns gefiel diese Idee einer Künstlervereinigung ohne vorgefertigtes Programm, eine Brücke zu schlagen. Sie bearbeiteten bewusst Tabuthemen und stellten seelisch-psychische Momente in den Vordergrund. "Wovon wir weg mussten, war uns klar - wohin wir kommen würden, stand allerdings weniger fest", E.Heckel

Was unterscheidet euch von anderen Bands?
Das ist eine Standardfrage, aber immer schwer zu beantworten. Wir sind sehr vielseitig und vielschichtig, unsere Musik geht von Kurzfilmen aus, die wir wahrnehmen, wenn wir Ideen haben oder schreiben. Wir engen uns selbst stilistisch nicht ein und arbeiten an dem was kommt. Gerade auf der Bühne ist es sicher die Emotion, die wir rüberbringen und auch zurückbekommen, die uns sehr ausmacht.

In wiefern beeinflusst euer Privatleben eure Songs?
Sicher beeinflusst das eigene Leben die Kunst immer, egal, was man tut. Viele Momente des Lebens verklären sich im Laufe der Zeit und finden dann guten Eingang in Musik und Lyrik. Besondere Momente, Erinnerungen, aber bisweilen auch aktuelle Ereignisse, wir sind durchaus auch eine gesellschaftskritische Band.

2018 ist nun da. Wie sieht euer Fahrplan bis April aus?
Eine Tour durch Österreich und Deutschland steht an, Wien, Graz, Köln, Hannover, Hamburg uvm, darauf freuen wir uns schon, auch wenns anstrengend wird, daneben arbeiten wir an Material für das nächste Album, das dann 2019 ansteht.

Ich bedanke mich für das Interview und überlasse euch das letzte Wort.
Schön mit euch zu schreiben und wir freuen uns schon auf Deutschland!